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Business

Prepaid Kreditkarte: Macht der „kleine Bruder“ der regulären Kreditkarte Sinn?

Kai
aktualisiert: 15. August 2026 13:14
Kreditkarte wird ans Lesegerät gehalten
Kreditkarte wird ans Lesegerät gehalten © Kawee / stock.adobe.com

Der Markt bietet mittlerweile eine beinahe unüberschaubare Anzahl an Kreditkarten-Angeboten. Die meisten dieser Angebote ähneln sich stark im Preis, die Leistung umfasst in der Regel das bargeldlose Zahlungssystem, die Möglichkeit der Bargeldabhebung an Geldautomaten zu häufig niedrigen Gebühren und die eine oder andere Rabattvergünstigung. Die Voraussetzungen für den Erhalt von Kreditkarten sind normalerweise ein regelmäßiges Einkommens sowie eine positive Bonität.

Aber auch für Personen, deren Bonitätsprüfung nicht positiv ausfallen würde oder die nicht über ein regelmäßiges Einkommen verfügen (z. B. Studenten, Freiberufler oder Rentner) gibt es die Möglichkeit, eine Kreditkarte zu erhalten. Die Rede ist von der Prepaid Kreditkarte, teilweise auch als „schufafreie Kreditkarte“ bezeichnet.

Der Trick: Es ist gar keine Kreditkarte!

Hierbei handelt es sich um eine Kreditkarte, die ausschließlich auf Guthabenbasis verwendet werden kann. Ihren Namen trägt diese Kreditkarte also nicht zu Recht, da sie nicht mit einem Kredit verbunden ist, daher bezeichnet man sie als Prepaid-Karte. Da man ihr das äußerlich nicht ansieht und sie wie jede andere Kreditkarte verwendet werden kann, gehört sie zu den Kreditkarten im weiteren Sinne, jedoch nur so lange, bis das vorhandene Guthaben aufgebraucht ist.

Es gibt aber auch Situationen, in denen eine Kreditkarte Voraussetzung für Mitgliedschaften oder für bestimmte Service-Leistungen ist. Ein Mietwagen im Ausland kann zum Beispiel häufig nur gemietet werden, wenn eine Kreditkarte vorgelegt wird. Viele Einkäufe im Internet sind nur möglich, wenn die Bezahlung über eine Kreditkarte erfolgt. Wer also trotz fehlender Voraussetzungen für die Ausstellung einer regulären Kreditkarte deren Vorteile nutzen will, hat mit dem Prepaid Modell gute Karten. Nicht immer ist jedoch eine 100% Akzeptanz analog zur regulären Kreditkarte gegeben.

Insbesondere für Auslandsreisen ist die Nutzung von Kreditkarten vorteilhaft. Im Ausland möchte niemand hohe Bargeldsummen bei sich tragen. Da die Guthaben-Kreditkarte weltweit einsetzbar ist, kann das Urlaubsbudget vor der Abreise auf das Kartenkonto eingezahlt und in der ganzen Welt entweder durch bargeldlose Bezahlung oder durch Barabhebung an Geldautomaten aufgebraucht werden. Für das auf das Kartenkonto eingezahlte Guthaben erhält der Karteninhaber außerdem bei den meisten Kreditkarten eine geringe Guthabenverzinsung.

Ein weiterer Vorteil der Prepaid-Karte besteht darin, dass der Kartenbesitzer einen besseren Überblick über seine Ausgaben behält als bei einer „echten“ Kreditkarte, deren Einsatz sehr schnell in die Verschuldung führen kann. Wird immer nur der Betrag auf das Kartenkonto eingezahlt, der für die Verwendung der Karte eingeplant ist, besteht nicht die Gefahr, zu Ausgaben verleitet zu werden, die das regelmäßige Budget überschreiten würden. 

Hier die Hauptunterschiede einer Prepaid Kreditkarte zur herkömmlichen Kreditkarte in der Übersicht:

Art der Abrechnung

Die Abrechungsart ist das Hauptkriterium, welches eine Prepaid Kreditkarte von einer herkömmlichen Kreditkarte mit finanziellem Verfügungsrahmen unterscheidet. Grundsätzlich gilt: Mit einer Prepaid Kreditkarte kann nur solches Guthaben in Form von Kartenzahlungen ausgegeben werden, das zuvor per Überweisung oder auf einem anderen Weg auf das Kartenkonto transferiert wurde. Es handelt sich hierbei also um eine reine Guthabenkarte, die nicht mit einem finanziellen Verfügungsrahmen ausgestattet ist. Somit erfolgt die Abrechnung der Prepaid Kreditkarten ausschließlich über das Guthaben.

Die Bezahlfunktion

Bei der Bezahlung unterscheidet sich die Prepaid Kreditkarte mitunter von einer herkömmlichen Kreditkarte. Allerdings hängt dies sehr stark von der jeweiligen Akzeptanzstelle ab, an der bezahlt werden soll. Soll heißen: In einigen Geschäften, Hotels und Restaurants besteht ein gewisses Risiko, dass die Karte beim Bezahlen abgelehnt wird. Im Zweifel sollte man dies vorher klären. Eine Ausnahme ist hierbei das Anmieten von Fahrzeugen, hier verlangen die Mietwagengesellschaften fast immer die Vorlage einer regulären Kreditkarte. 

Die Kosten

Grundsätzlich gibt es auf beiden Seiten – also sowohl bei Prepaid- als auch bei herkömmlichen Kreditkarten – kostenmäßig einiges zu beachten. So ist bei Prepaidkarten etwa häufig zunächst ein einmaliger Betrag zu zahlen, mit dem die Karte dann eingerichtet und aktiviert wird. Die Höhe dieses Betrags differiert jedoch sehr stark. Manche Anbieter berechnen nur wenige Euro (teilweise gibt es Prepaid Kreditkarten sogar schon kostenlos), andere dagegen bis zu 100.- Euro für die Aktivierung und Einrichtung der Karte. Vorsicht bei reißerischen Angeboten, die oft mit buntem Banner in den Innenstädten um Kunden werben – hier fällt die Aktivierungs- und Einrichtungsgebühr teilweise unverschämt hoch aus.

Bei regulären Kreditkarten kann ebenso eine Aktivierungsgebühr anfallen – oft fällt diese jedoch auch weg. Dafür berechnen die Anbieter dann meist eine feste Jahresgebühr, die je nach Kartenmodell sehr unterschiedlich ausfallen kann. Auch hier reicht die Spanne von kostenlos bis zu mehreren tausend Euro im Jahr, beispielsweise für die exklusiven Gold- oder Platin-Kreditkarten.

Weitere Kostenpositionen können bei beiden Kartenmodellen anfallen, z. B. für Bargeldverfügungen am Automaten, für den Einsatz im Ausland, für Einzahlungen auf das Kartenkonto (bei einigen Prepaidkarten) usw.

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